Angelika Moyzisch - Traumatologie

Traumatologie

Traumatologie


Nach folgenden Verletzungen kann eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll sein:

  • Oberschenkelhalsbruch (ohne Operation, häufig aber auch versorgt mit „Hüftschraube“ oder Gelenksprothese); Bruch des Oberschenkelknochens nach schweren Unfällen
  • Knie: Kreuzbandriss, Meniskusverletzungen, Schädigungen der Seitenbänder, kniegelenksnahe Brüche von Oberschenkel- oder Schienbeinknochen
  • Fuß: „Umknöcheln“, Bänderrisse, Knöchelbrüche (operativ oder konservativ versorgt), Marschfrakturen (Bruch eines Knochens durch zu intensive Belastung)
  • Obere Extremität: Luxationen, Oberarmbrüche, Sehnenrisse, Handgelenksbrüche

Um Wirkungsweise und Wichtigkeit der Therapie zu verstehen, macht es Sinn, den Ablauf der Wundheilung genauer zu betrachten:

  • Entzündungsphase: 0. – 5. Tag
  • Proliferationsphase: 5. – 21. Tag
  • Umbau  (Konsoldierungsphase: 21. – 60. Tag; Organisationphase: 60. – 360. Tag)

Die Priorität der Physiotherapie liegt nun darin, entsprechend der gerade stattfindenden Wundheilungsphase das traumatisierte Gewebe zu ent– bzw. zu belasten.

So steht während der Entzündungsphase Entlastung im Vordergrund, wohingegen es in allen anderen Phasen notwendig ist, das Gewebe durch sogenannte „physiologische“ Reize dosiert zu belasten.

„Immobilisation (= Ruhigstellung) von heilenden Geweben verursacht die Bildung von Narbengewebe, weil (…) die Reize zur Organisation und Ausrichtung des Gewebes fehlen. Physiologische Belastungen während er Wundheilung stimulieren dagegen die Bildung eines Gewebes, das in Aufbau und Belastbarkeit so normal wie möglich ist.“ (Frans van den Berg, Angewandte Physiologie 1)

Ganz einfach erklärt geht es in der Physiotherapie nach einem Unfall (mit oder ohne Operation) also darum, das Gewebe zu jedem Zeitpunkt der Regeneration auf optimale Weise zu unterstützen.

Entsprechend der oben genannten Phasen stehen uns hier Behandlungstechniken zur Verfügung, deren Beginn, Dauer und Intensität individuell angepasst werden.

Angelika Moyzisch - Traumatologie

Therapiemöglichkeiten in der Traumatologie:


  • Manuelle Lymphdrainage
  • passive Mobilisation (zB. nicht übungsstabile Brüche; Sehnen-Nähte)
  • manuelle Therapie (zur Verbesserung des Bewegungsausmaßes eines Gelenks; Knorpelstimulation)
  • aktive Mobilisation
  • Propriozeptionstraining (Schulung unserer „Wahrnehmungs-Sensoren“ in den Gelenken zum noch besseren Stimulieren eines belastbaren Gewebes)
  • Kräftigung der Muskulatur (beispielsweise nach längerer Ruhigstellung durch Gips)
  • Faszienbehandlung (die sogenannten Hüllen der Muskulatur, die gerade nach Traumen zum „Verkleben“ neigen)
  • Narbenbehandlung (wuchernde oder verklebte Narben können sehr schmerzhaft sein und bei entsprechender Lage auch die Beweglichkeit nahe liegender Gelenke einschränken)
Angelika Moyzisch - Physiotherapie