Angelika Moyzisch - Viszerale Therapie

Viszerale Therapie

Viszerale Therapie und Organe


Für unser allgemeines Wohlbefinden ist es ausschlaggebend, dass wir uns bewegen können. Dazu gehören eine gut trainierte Muskulatur, gut bewegliche Gelenke und: gut bewegliche innere Organe.

Die viszerale Therapie nutzt das Wissen darüber, wie Organe aneinander liegen, wo sie liegen und wie sie sich zueinander und auch einzeln bewegen können. Beispielsweise werden die Organe bei jeder Einatmung nach unten verdrängt, um der Lunge Platz zu machen. Diese nach-unten-Bewegung muss einwandfrei klappen. Auch, wenn wir gehen , uns nach unten bücken oder nach oben strecken – unsere Organe müssen alle diese Bewegungen mitmachen. Funktioniert das wenig bzw. gar nicht, so kommt es zu Spannungen, die sich auf den Bewegungsapparat übertragen können.
Die Organe berühren einander, es gibt keine frei bleibenden „Löcher“ im Bauchraum. Das ist einerseits notwendig, damit sie einander stützen können. Andererseits kann sich so ganz leicht Spannung von einem Organ auf die daneben liegenden Organe ausbreiten. Besteht ein solcher Zustand länger, dann wird diese Spannung größere Kreise ziehen und mehrere Organe und letztlich auch den Bewegungsapparat betreffen.
Kommt ein Organ in „Bedrängnis“, so kann es seine Aufgaben nicht mehr gut erfüllen. Spannungen im Dickdarm können zu Verstopfung führen, Spannungen im Dünndarm zu eher Durchfall. Eine in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Leber kann eventuell in ihrer Entgiftungsfunktion beeinträchtigt sein – chronische Müdigkeit und Hautprobleme könnten ein Zeichen dafür sein. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die nicht immer bestanden haben, könnten ihre Ursache in der Spannung im Bereich des Zwölffingerdarmes haben.

Ursachen für Spannung im Bauchraum:

  • Operationen (sowohl bei klassischer Chirurgie mit Schnitt als auch bei Knopflochchirurgie): zwischen den Organen können Verklebungen entstehen
  • schlechte Ernährung (Muskelgewebe des Darmes zieht sich zusammen, Spannung wird in die Umgebung weitergeleitet)
  • zu wenig Flüssigkeitszufuhr
  • insgesamt zu wenig Bewegung
  • schlechte Haltung, zu viel Sitzen

Jedes Organ bildet mit seinen Nachbarorganen (und diese wiederum mit ihren Nachbarorganen) sogenannte Läsionsketten, die bis in den Bewegungsapparat (somit auch in die Gelenke) ziehen. Werden diese erspürt und erkannt, so kann Linderung in dieser gesamten Kette bewirkt werden.
Um herauszufinden, ob und welche Organe genau an einer Einschränkung im Bewegungsapparat (Wirbelsäule, Hüfte, Knie, Schulter, Arm) beteiligt sind bzw. welche Läsionskette sich eventuell fortsetzt, wird eine sehr genaue Anamnese und manuelle (= physiotherapeutische) Befundung durchgeführt.
Verklebungen zwischen Organen können so erspürt und gelöst werden. Manchmal sind Verklebungen bleibend (nach langem Bestehen), aber auch hier kann die viszerale Therapie sehr hilfreich sein, um dem Körper zu helfen, besser mit dieser örtlichen Einschränkung gut klarzukommen.
Wir sprechen dabei von einer sogenannten „funktionellen“ Verbesserung: „Du kannst die Welle nicht aufhalten, aber du kannst lernen zu surfen.“

Bei welchen Beschwerden kann die viszerale Therapie zum Einsatz kommen?

  • Wirbelsäulenbeschwerden (Bandscheibenvorfälle, „Cervicalsyndrom“, LWS-Syndrom, „Schulter-Arm-Syndrom“…)
  • Probleme im Verdauungsapparat: Verstopfung, Unverträglichkeiten, „Blähbauch“, „Reizdarm“
  • Beschwerden in Schulter, Arm, Hüfte, Knie
  • Magenbeschwerden: Schmerzen, Reflux
  • Blasensenkung/ Gebärmuttersenkung/ Inkontinenz
  • Kinderwunsch/Schwangerschaft/nach der Geburt
  • Herz, Lunge: Atembeschwerden, Zwerchfell und Brustkorb

LEBER


Als nur ein Beispiel sei nun die Leber genauer beschrieben. Sie spielt eine sehr wichtige Rolle sowohl bei der Verdauung als auch bei der Entgiftung.
Wichtig zu wissen: eine Fettleber entsteht nicht nur durch durch übermäßigen Konsum von Alkohol oder Drogen, sondern kann durch die Einnahme von Medikamenten und vor allem auch durch schlechte Ernährung entstehen.

Die Leber liegt unter der rechten Zwerchfellkuppel und hat mit folgenden Nachbarn Kontakt.

  • rechte Niere
  • re M. Quadratus Lumborum (wichtiger Muskel in der Lendenwirbelsäule, vor allem irritiert bei Lendenwirbelsäulen-Patienten)
  • re Hüftbeuger (M. Iliopsoas – auch eine wesentliche Rolle bei Lendenwirbelsäulen-Patienten)
  • Zwerchfell (über Bänder)
  • Zwölffingerdarm, Dickdarm
  • Nabel (hier wiederum entspringen Bänder zur Blase)
  • Magen
  • Lunge

Betrachtet man diese vielen Kontaktflächen zu anderen Organen und zur benachbarten Muskulatur, so können wir sehen, dass die Leber bei einigen Beschwerden des Bewegungsapparates auf jeden Fall berücksichtigt werden sollte:
Schulterschmerzen rechts, Schmerzen und Blockaden in der mittleren Brustwirbelsäule, Nackenschmerzen, Probleme im Übergang Hinterhaupt-Halswirbelsäule, Hüftprobleme rechts, Kreuzbein-Darmbeingelenk rechts.